Tobias Crefeld schrieb:
> Martin Bodenstedt meinte:
>> Das nennt sich "switchen" (und "VPN" hat auf der
Ebene gar nichts zu
>> tun!). Auf Ebene 2 geht es nur um MAC-Adressen und nur anhand dieser
>> entscheidet der Switch, an welche(n) Port(s) er welche Pakete weiter
zu
>> leiten hat.
> Naja, und wie heißt das dann bei IPX? IPX-Router arbeiten auch mit
MAC-
> Tabellen, nur das das dort gleichzeitig die Stationsnummern sind. Trotzdem
> sind das keine Switches, weil sie wirklich nur IPX weiterleiten.
IPX ist ein Protokoll und Du sagst es ja selbst, IPX wird geroutet und
das passiert auf Ebene 3 (und damit protokollabhängig). Dass hierbei die
MAC-Adressen für die Routingentscheidungen herangezogen werden, spricht
gegen IPX und nicht gegen meine Aussagen ;-)
> VPN war ein Verschreiber, richtig - ich meinte VLAN. Hatte da gerade MPLS,
> also ATM im Kopf und darauf basierte virtuelle Netze werden mitunter als
> VPN angeboten, was sie ja de facto auch sind.
VLANs sind natürlich ein anderes Paar Stiefel. VLANs werden auf Ebene 2
realisiert.
> Dabei arbeitet ATM ja auch mit Switches und kann mittels MPLS trotzdem
> sogar so ne Art BGP einsetzen. Trotzdem wird ATM in der L2 angesiedelt.
> Dieser ISO/OSI-Kram geht halt von einfachen Netzstrukturen aus, die
> heutzutage nur noch in der Theorie existieren.
<...>
> Du hängst Dich ja ganz schön weit aus dem Fenster, wenn Du
vorgeben
> willst, den Markt der L3-Switches vollständig zu überblicken.
Vielleicht, aber für mich ist schon die Bezeichnung L3 switch ein
Widerspruch in sich :-)
> Layer-3-Switching wird auf verschiedene Art und Weise realisiert. Eine
> Realisierung von intel beruht auf dem oben beschriebenen tagging aufgrund
> transportierter IP-Adresse und einer darauf aufbauenden VLAN-Bildung, die
> wiederum nichts mit port-basierten VLAN zu tun hat.
VLAN tagging als layer 3 switching zu bezeichnen halte ich für schlicht
falsch (siehe oben), da es nichts mit routing zu tun hat. Die VLAN tags
sagen den switches ja nur, zu welchen Broadcast Domains die Pakete
gehören - unabhängig von deren Inhalt...
> Das Forwarden (bei
> Dir: "Routing") erledigt eine eigene Router-Engine, die auch
einfache
> Routingprotokolle versteht, aber das tagging der Frames erledigt die
> Switching-Engine schon selbst, obwohl doch eine Untersuchung nach IP-
> Adressen gar nicht unter L2 läuft.
Wo kommen denn jetzt IP-Adressen her? VLAN tags haben doch nichts mit IP
Adressen zu tun. Die VLAN tags sind nur ein weiteres header Feld (ja,
das sprengt meine ursprüngliche Aussage, dass Ebene 2 sich
ausschließlich mit den MAC - Adressen befasst, etwas, da gebe ich Dir
Recht). VLANs sind vollständig protokollunabhängig und sind, wie der
Name ja schon sagt, nur eine Methode, ein physikalisches LAN in mehrere
"virtuelle" LANs (die logisch vollständig voneinander getrennt
sind) zu
teilen.
Ich weiß, dass es inzwischen switches gibt, die automatische VLAN
discovery machen können, und da verschwimmt die strikte Trennung
zwischen Ebene 2 und 3 in der Tat...
--
Martin Bodenstedt
(
www.die-bodenstedts.de /
www.maboko.de)